Die Anarchosyndikalist*innen von Organise!-IAA haben am 09.06. einen Text veröffentlicht zu dem rassistischen Straßenterror, der einem Messerangriff auf einen Briten in Nordirland folgte:
Stellungnahme zum aktuellen Angriff in Nord-Belfast
Als eine klassenkämpferische Organisation und Gewerkschaftsinititaive, die sowohl aus lokalen wie aus migrantischen Arbeiter*innen besteht, erfuhren wir heute morgen aus den Nachrichten von einem brutalen und schockierenden Angriff gestern Nacht. Unsere Gedanken sind – wie kann es anders sein – in erster Linie bei dem Opfer, das sich beim Verfassen dieses Textes in kritischem Zustand befindet, sowie bei seiner Familie. Dieser Angriff muss selbstverständlich in höchstem Maße verurteilt werden und kann nicht rechtfertigt werden.
Ebenfalls kann es keine Rechtfertigung geben für die faschistische und rassistische Manipulation dieses brutalen und schockierenden Angriffs, um die gesamte migrantische Bevölkerung zum Sündenbock zu machen und weiter eine reaktionäre Politik des Hasses zu verbreiten. Die weit rechts stehenden Agitator*innen in unseren beiden „Mehrheitsgesellschaften“ schüren Angst und Wut indem sie eine hasserfüllte Agenda verfolgen, die den Menschen in der Arbeiter*klasse nichts zu bieten hat. Wir alle sehen uns einer Wirklichkeit gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Härten gegenüber, die uns von Kapitalismus und Staat zugemutet wird.
Die DUP [Democratic Unionist Party] und die IRSP [Irish Republican Socialist Party] haben der migrationsfeindlichen Propaganda und dem Rechtspopulismus „nachgegeben“. Sie sollten dafür ebenso stark abgelehnt werden, wie die offen faschistischen Hetzer*innen. Anstatt diese brutale Attacke zum Anlass zu nehmen, um sich von vielen der höchst verletzlichen Teil der Gesellschaft abzuwenden, müssen wir eine geeinigte Arbeiter*klasse aufbauen. Um gegen Wohnungslosigkeit, Sparpolitik, mangelhafte Gesundheitsversorgung und viele andere Probleme vorzugehen, welche der Arbeiter*klasse und den Armen zugemutet werden.
Die Klasseneinheit ist nötig angesichts von Fanatismus und Brutalität, welche von faschistischen und rassistischen Banden begrüßt, angefeuert und ermutigt werden. Sie fordern, dass die Leute auf die Straße gehen, um sich an Gewalt und Einschüchterung zu beteiligen. Wir hoffen, dass sich in den nächsten Tagen alle sicher fühlen können. Und wir weiten in diesen beunruhigenden und gefährlichen Zeiten unsere Solidarität auf die gesamte Arbeiter*klasse aus – ob migrantisch oder lokal – sowohl in Belfast, wie im gesamten Norden.
Quelle:
https://organiseanarchistsireland.com/organise-iwa-statement-on-recent-attack-in-north-belfast/
Übersetzung: ASN-IAA Köln (Creative Commons: BY-NC)

Mehr Infos aus Irland:
„Piercingstudio-Boykott“ (2026)
https://anarchosyndikalismus.noblogs.org/post/2026/06/04/irland-piercingstudio-boykott/
„Warum wir um keinen toten CEO trauern“ (2024)
https://anarchosyndikalismus.noblogs.org/post/2024/12/26/irland-warum-wir-um-keinen-toten-ceo-trauern/
„Gewerkschaftliche Organisierung in Derry“ (2023)
https://anarchosyndikalismus.noblogs.org/post/2023/08/09/irland-gewerkschaftsorganisierung-in-derry/










