Archiv der Kategorie: Arbeit

Spanien: Aufruf zum 1. Mai

Der Kampf findet auf der Straße statt!


Es ist nicht länger die Zeit, um wegzuschauen. Jetzt geht es nicht mehr darum, nur schweigend zu überleben, während sie uns das Einzige wegnehmen, was uns gehört: unser Leben.
Nicht erst morgen und nicht dann, wenn es einfacher ist. Sondern jetzt.

Wir haben uns an Gewalt, Prekarität, Angst und Erschöpfung als Normalität gewöhnt. Zu lange haben wir nachgegeben, abgewartet und uns an unvorstellbare Bedingungen und Situationen angepasst.
Währenddessen haben sie uns auch daran gewöhnt, den Krieg aus der Ferne zu betrachten als würde er uns nicht betreffen.

Und die Bomben, Massaker und Genozide zu akzeptieren, als ob sie in dieser Welt unvermeidbar wären. Als ob das Leben der Einen weniger wert wäre als das der Anderen.
Wir erwarten und glauben weiterhin, dass jene, die sich auf Kosten unserer Arbeit bereichern und sich hinter leeren Worten verstecken, uns retten werden. Dass unsere täglichen Mühen sich irgendwann lohnen werden und alles seine Zeit hat. Aber das wird niemals so sein.
Und obendrein sagen sie uns, dass wir lächeln sollen und positiv sein müssen. Wir reden vollmundig davon, dass wir die Mehrheit sind, doch trotzdem erkennen wir uns nicht wieder.

Jetzt ist die Zeit dafür gekommen: Betrachten wir uns und erkennen uns als das, was wir sind: jene kollektive Kraft, welche die Welt am Laufen hält – die Arbeiter*klasse.
Sorgen wir dafür, dass Ungerechtigkeit wieder zu Scham führt, dass die Ausbeutung keine Routine mehr ist. Machen wir Lärm – Krach der wirklich stört. Greifen wir sie dort an, wo es am meisten weh tut: bei ihren Privilegien.

Es geht nicht nur darum durchzuhalten und den Kopf hängen zu lassen. Der Kampf findet auf der Straße statt. Organisation, Solidarität und Kampf – das war, das ist und das wird alles sein.

CNT-IAA

Confederación Nacional del Trabajo – Internationale Arbeiter*innen-Assoziation
https://www.cntait.org


Übersetzung: Anarcho-Syndikalistisches Netzwerk (ASN-IAA Köln)

Creative Commons: BY-NC (asnkoeln.wordpress.com)

Wien: Gewerkschaftsproteste gegen Kündigung bei Diakonie

Nachdem das Wiener Arbeiter*innen-Syndikat (WAS-IAA) einen Aufruf zur Kundgebung am 30.03. vor der Zentrale der „Diakonie Eine Welt“ veröffentlicht hatte wurde der Arbeitskampf bei dem kirchlichen Unternehmen nun weitergeführt mit einem Protest vor der evangelischen Pauluskirche (anlässlich des Gottesdienstes der Bischöfin Cornelia Richter am Karfreitag):

„Im Fall unserer Kollegin die beim Flüchtlingsdienst der Diakonie in der Beratung von ukrainischen Geflüchteten arbeitet, agiert die Diakonie weiterhin eskalativ, anstatt unsere zigfachen Gesprächsangebote zu ergreifen, und sich endlich mit der Gewerkschaft und der Betroffenen an einen Tisch zu setzten.

Gewerkschaftskundgebung vor der Diakonie (Foto-WAS-IAA)

Wir fassen nochmals zusammen: Unsere Genossin sollte im November gekündigt werden, wurde ihr damals mitgeteilt. Eigentlich wollte man sie sogar entlassen, und zwar explizit, weil sie mögliche Mißstände an ausenstehende Stellen kommuniziert hat. Aber; ‚man brauche ihre Arbeitskraft noch‘. Daraufhin erfolgte jedoch weder eine Entlassung noch die angekündigte Kündigung. Die Genossin hat deshalb Monate später, Mitte Jänner, also monatelang ungekündigt, an ihre gesamte Abteilung ein Mail verschickt, daß sie sich weiterhin für ihre Kolleginnen einsetzen möchte in Zukunft.

Wenige Stunden später folgte auf dieses E-Mail eine Kündigung, die jedoch auf einige Tage davor datiert ist. Lassen wir diese Zeitkontinuumsdiskrepanzen einmal so im Raum stehen, bleibt immer noch, daß die Kündigung ohne rechtlich verpflichtendem Vorverfahren ausgesprochen worden ist, und eben auch eine Kündigung aus Verpönten Motiven darstellt. Die Diakonie hat ihren Fehler anscheinend bemerkt, im Jänner ein neues Vorverfahren begonnen, und eine Woche nach der ersten Kündigung, erneut eine ‚Eventualkündigung‘ ausgesprochen. Die Verpönten Motive bestehen aber immer noch, auch wenn die 2. Kündigung dann mit rechtlich korrektem Vorverfahren durchgeführt wurde. Der Betriebsrat hat sich übrigens immer gegen die Kündigung ausgesprochen. Sowohl im Vorverfahren letztes Jahr, als auch im Jänner.

Wir haben mit der Genossin gemeinsam gegen beide Kündigungen eine Kündigungsanfechtungsklage eingebracht. Für beide Klagen gibt es Termine vor Gericht jetzt im April.

Das WAS hat von Beginn an der Diakonie Gesprächsbereitschaft kommuniziert. Wir haben mit etlichen eingeschriebenen Briefen zuerst die Geschäftsführung des ‚Flüchtlingsdienstes‘ und dann der übergeordneten Geschäftsführung der ‚Diakonie Eine Welt Ges.m.b.H.‘ informiert, daß wir bereit sind, gemeinsame Lösungen ohne Gericht zu suchen. Auch etliche Telefonate von uns haben zu keiner Kontaktaufnahme durch die Diakonie geführt. Man ignoriert uns (bis auf das bizarre Posting des einen Geschäftsführers unter unserem ersten Diakonie-Artikel auf [https://wiensyndikat.wordpress.com]).

Lediglich mit der Geschäftsführung des Dachverbandes der Diakonie-Österreich gab es ein wohlwollendes Telefonat diese Woche. Man hat zugesagt, sich zu erkundigen was da los sei, und festgestellt ‚das nicht miteinander sprechen, nicht die feine Englische Art sei‘. Passiert ist dann leider wieder nichts; oder anders gesagt, nichts zur Beilegung des Konfliktes. Denn der Geschäftsführer des Flüchtlingsdienstes hat gestern gegen unsere Genossin eine offizielle Verwarnung ausgesprochen. Sie hätte ihre Dienstpflichten verletzt, da ‚WAS-Flugzettel in der Firma ausliegen‘. Man betreibt also weiter Gesprächsverweigerung und versucht mit absurden Vorwürfen Druck auf die Arbeiterin auszuüben, anstatt gemeinsam eine außergerichtliche Lösung für die gesetzeswidrigen Vorgänge bei den Kündigungen zu finden.

Zwar wurden in der offiziellen Verwarnung von gestern die schlimmsten Unwahrheiten ’sie hätte die Flugzettel erneut ausgelegt und mit Tixo an einem Tisch befestigt‘ berichtigt, unsere gestrige Aufforderung die absurde Verwarnung zurückzunehmen wurde wiederum ignoriert. Und das obwohl wir alle drei Hierarchieebenen darüber informiert haben. Die GF [Geschäftsführung] des Flüchtlingsdienstes, die GF der übergeordneten ‚Eine Welt Ges.m.b.H.‘ sowie die Leitung des Dachverbandes Diakonie Österreich.

Daher wenden wir uns [am 03.04.] an die Bischöfin der Evangelischen Kirche, werden nahe dem Karfreitagsgottesdienst in der Pauluskirche im 3. Bezirk die Öffentlichkeit und die Bischöfin über die rechtwidrigen Vorgänge in der Diakonie informieren und auf die Einhaltung der minimalen bürgerlichen Arbeitsrechte pochen.

Die evangelische Kirche Augsburger Bekenntnisses erscheint uns als Eigentümerin der Diakonie Eine Welt die richtige Adresse unseres Protestes zu sein. Es kann nämlich nicht sein, dass Solidarität der Arbeitenden in einem Betrieb mit Kündigungen beantwortet wird.

Das alte Motto der anarchistischen Gewerkschaftsbewegung gilt auch in diesem Fall:

Ein Angriff auf eine ist ein Angriff auf alle!

Quelle: https://wiensyndikat.wordpress.com/2026/04/02/protest-gegen-die-kundigung-bei-der-diakonie/ [Anmerkungen/Ergänzungen: ASN Köln; Orthographie im Original beibehalten]

Kreide-Graffiti_ „Arbeitskampf bei der Diakonie“ vor der Ev. Pauluskirche (Foto: WAS-IAA)

Creative Commons: BY

USA: Solidarität mit dem Anti-ICE-Streik am 23.01.

Die Workers’ Solidarity Alliance (WSA), Mitglied der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation (IAA), erklärt sich solidarisch mit den Arbeiter*innen im Bundestaat Minnesota, die für den 23. Januar einen Streik bzw. ökonomischen Totalausfall organisieren, um gegen die Zollpolizei ICE zu protestieren.

Die Regierung unter Präsident Trump führt seit 2025 im Rahmen der Operation Metro Surge landesweite Razzien und rassistische Festnahmen von angeblichen „illegalen Migrant*innen“ durch. Willkürlich wurden von der bewaffneten Einwanderungsbehörde bereits Tausende Menschen zuhause, auf der Straße und im Nahverkehr, in Behörden und Krankenhäusern oder am Arbeitsplatz aufgegriffen und zum Zweck der Deportation eingesperrt.

Besonders nach die öffentliche Erschießung einer kritischen Beobachterin während einer Razzia am 07. Januar und die darauf folgende Lügenpropaganda des Heimatschutz-Ministeriums motivierten massenhafte Proteste. In dutzenden Städten gingen wütende Menschen gegen die menschenrechtswidrige Hetzjagd der migrationsfeindlichen Trump-Regierung auf die Straße. Das Gedenken an die durch einen Staatsdiener erschossene RenéeGood erinnert auch auf den rassistischen Mord an George Floyd im Jahr 2020, der ebenfalls in Minneapolis stattfand.

Demo mit Schild: Abolish I.C.E For Good

Seit Monaten sind vielfältige Nachbarschaftsinitiativen damit beschäftigt, vor anrückenden Bundesbeamt*innen zu warnen und solidarische Unterstützung für Betroffene der Verschleppungen zu leisten. Einem Aufruf von religiösen Vereinigungen folgend haben sich nun auch regionale Gewerkschaften in dem nord-östlichen Bundesstaat angeschlossen und organisieren für den 23. Januar einen lokalen Streiktag gegen die brutalen Überfälle durch die Zollpolizei ICE.

Außer den geplanten Arbeitsniederlegungen in wichtigen Branchen, wie Transport, Bildung, Pflege und anderen Dienstleistungen, haben bereits zahlreiche lokale Unternehmen angekündigt für einen Tag ihr Geschäft ruhen zu lassen. Dieser wirtschaftliche Blackout soll nicht nur öffentlich Druck auf die Bundespolitik ausüben, sondern auch ein Zeichen der Solidarität mit Betroffenen setzen.

Denn aufgrund der andauernden rassistischen Festnahmen in den USA haben Millionen Menschen Tag für Tag Angst, ebenfalls Opfer dieser entfesselten Polizeigewalt zu werden. Kinder können nicht zur Schule gehen und Erwachsene trauen sich nicht zur Arbeit, zum Einkaufen oder ins Krankenhaus zu gehen, was dramatische wirtschaftliche und gesundheitliche Folgen für sie hat. Einige Videos dokumentieren, dass rassistisch Verfolge vor der Zollpolizei in Geschäfte flüchten und dort brutal festgenommen wurden. Zahlreiche nicht-weiße Inhaber*innen sahen sich bereits gezwungen ihre Läden aus Angst vor Razzien vorsichtshalber zu schließen, andere Unternehmen beklagen Umsatzeinbußen durch die massenhafte Verschleppung von Arbeiter*innen.

abendliche Demo mit Banner: Labor Committee to Defend Immigrants; im Hintergrund beleuchtete Gebäude in New York City

Dieser geplante „Tag der Wahrheit und Freiheit“ soll daher sowohl zur gegenseitigen Hilfe für betroffene Gemeinschaften und Einzelpersonen motivieren, wie auch ein kritisches Bewußtsein der gesamten Bevölkerung fördern. Durch einen umfassenden Boykott von Arbeitsplatz, Schule und Einkaufen wird an diesem Streiktag nicht nur gemeinsames Gedenken und Aufklären ermöglicht, sondern es soll auch eine Großdemonstration im Stadtzentrum von Minneapolis inmitten der Metropolregion Twin Cities stattfinden.

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Wien: Demo gegen Sozialabbau (16.12.)

Das Wiener Arbeiter*innen Syndikat (WAS-IAA) ruft auf zu der Demonstration des Bündnisses „Solidarischer Widerstand gegen Sozialabbau“ (SoWi_So), die sich gegen das neue Budget der Stadt Wien richtet. Denn dieser soziale Kahlschlags sorgt einerseits für eine Verschlechterung der Lebensbedingungen der Armen und Ausgebeuteten in der österreichischen Hauptstadt. Andererseits bedroht er auch akut langjährige kulturelle und soziale Projekte, wie das Ameringshaus in ihrer Existenz. Hier der Aufruf von SoWi_So:

Am 17.12. beschließt der Wiener Gemeinderat bzw. Landtag ein Budget des sozialen Kahlschlags, während gleichzeitig unverständlicherweise bei sinnlosen und teilweise ökologisch bedenklichen Infrastrukturprojekten kein Cent eingespart wird. Offensichtlich ist der zuständigen Finanzstadträtin jeder Quadratmeter Asphalt mehr wert als über zwei Millionen Wiener:innen. Scheinbar regieren im leider schon lange nicht mehr roten Wien längst die Neos, jedenfalls aber eine Sparstift-Politik auf Boden des unheilvollen neoliberalen Wahns, alleine.

Wie dramatisch sich die Kürzungen in Höhe von zumindest 500 Millionen Euro tatsächlich auswirken werden, ist erst nach dem Beschluss dieses Budgets endgültig absehbar Klar ist, dass im Sozial- und Gesundheitsbereich nahezu flächendeckend kaputtgespart wird. Neben der bereits bestätigten Schließung wichtiger Arbeitsprojekte für Menschen mit besonderen Bedürfnissen und Suchtkranke sollen z.B. kolportiert 1.800 Arbeitsplätze in den Wiener Ordensspitälern dem Kahlschlag zum Opfer fallen, was auf Kosten unser aller Gesundheitsversorgung gehen muss. Sowohl bei jenen, die vom einst gut ausgebauten Wiener Sozialsystem abhängig sind, als auch bei den Beschäftigten regiert die blanke Angst. Und die Folgebudgets der Jahre 2027 ff werden vor dem Hintergrund des gerade in Verhandlung stehenden sog. „Stabilitätspakts“ im Zusammenhang mit dem von der Bundesregierung nach Brüssel gemeldeten „Korrekturpfad“ weitere scharfe Einschnitte beinhalten.

Wir als Bündnis „Solidarischer Widerstand gegen Sozialabbau“ (SoWi_So) weisen ausdrücklich darauf hin, dass jeder Euro weniger in diesen Bereichen dazu führt, dass Wien nicht mehr als Sozialstadt bezeichnet werden kann. Die Streichung der Mindestsicherung für subsidiär Schutzberechtigte ist nur der Gipfel des Eisberges, der noch dazu einen rassistischen Touch hat.

Doch es geht auch anders: Während Wien noch immer keine Leerstandsabgabe für nicht vermieteten Wohnraum hat, haben andere Bundesländer eine solche längst. Mehr noch: Seit heuer ist gesetzlich ein Umwidmungszuschlag für Spekulationsgewinne mit Grund und Boden von 30% möglich, um die von institutionellen Anleger:innen und der Immobranche erzielten Wertsteigerungen durch Umwidmung von Grünland in Bauland steuerlich einzubeziehen. Diese Möglichkeit wird von Wien aber zugunsten der Grundstückspekulant:innen nicht genutzt. Während jede europäische Großstadt längst eine Citymaut hat, benimmt sich Wien wie das berühmte kleine gallische Dorf und ordnet sich der Autolobby unter. Hier wären enorme Summen hereinzuholen, die jede Einsparung in Bereichen, die alle Wiener:innen brauchen, unnötig machen.

Tatsächlich wird dieses soziale Kettensägenmassaker unter dem Deckmantel der angeblich erforderlichen Budgetsanierung nicht nur Folgekosten haben, die weit höher sind als das, was jetzt eingespart wird, sondern betrifft de facto alle Wiener:innen. Wir stehen im Gegensatz zur Wiener Stadtregierung, die offensichtlich nur mehr tut, was die Konzerne wollen, an ihrer Seite und kämpfen gemeinsam mit ihnen gegen den neoliberalen Sparwahn.

Rückfragen bitte unter sowiso.wien@gmail.com

Demonstration gegen den Beschluss des Budgets im Wiener Gemeinderat 16.12.2025, 17 Uhr – Platz der Menschenrechte. Abschlusskundgebung: ab 18 Uhr, Rathaus auf der Seite der Lichtenfelsgasse

Quelle: Wiener Arbeiter*innen-Syndikat (WAS-IAA),
https://wiensyndikat.wordpress.com/2025/12/14/sowi_so-demo-gegen-sozialabbau-16-12-2025/

Siehe auch:
„Stadt Wien spart Kultur und Bildung kaputt: Amerlinghaus steht vor dem Aus! – Solidarität ist unsere Antwort!“
https://wiensyndikat.wordpress.com/2025/11/27/stadt-wien-spart-kultur-und-bildung-kaputt-amerlinghaus-steht-vor-dem-aus-solidaritat-ist-unsere-antwort/

Mehr Infos aus Wien:
https://anarchosyndikalismus.noblogs.org/?s=wien

Spanien: Metall-Streik bei Navantia Cadiz

Am Morgen des 04. Juni begannen die Arbeiter*innen der Metall- und Werftindustrie in Kantabriien den heftigsten Streik seit Jahren. Arbeiter*innen aus der Zuliefer-Industrie von „Navantia Cádiz“ (die Firma, welche unter dem Namen „Navantia Belfast“ kürzlich „Harland and Wolff“ aufgekauft hat) beschlossen nach Angaben der CNT-IAA Albacete, dass sie „mit jedem Recht der Welt und unabhängig davon, wer sich darüber aufregt, am 18. und 19. Juni mit einer ‚ersten Protestaktion‘ beginnen als Reaktion auf den Streikaufruf.“ Sie legten für etwa zwei Stunden die Arbeit nieder und versammelten sich vor dem Gebäude der Werftverwaltung.

Die Schlagzeilen der bürgerlichen Medien verurteilten natürlich die Streikaktion und waren nur interessiert an polizeilichen Ermittlungen, Barrikaden und dass Streikende Gegenstände geworfen haben. Diese Aktionen wurden verurteilt, denn sie waren erfolgreich. Während des Streiks wurden Barrikaden errichtet und bei verschiedenen Gebäuden mit Bezug zum Schiffsbau in Kanatabriien/Spanien wurden Signalfeuer entzündet. Die Streikenden konnten erfolgreich eine Reihe von großen und kleinen Unternehmen zum Stillstand bringen.

Einige Streikende berichteten davon, dass sie verhaftet wurden. Und vielen von ihnen wurde eine Entlassung angedroht, falls die Aktionen vom 18. und 19. Juni fortgesetzt würden. Doch sie ließen sich nicht einschüchtern und in den letzten Tagen wurde der Streik in Cádiz von 27.000 Metallarbeiter*innen unterstützt, während es aktuell weitere Arbeitsniederlegungen in den Navantia-Werften in Cartagena gibt, dem größten Militärindustie-Unternehmen in Spanien.

Die Mainstream-Medien haben die Androhung von Navantia ignoriert, dass [das Kreuzfahrtschiff] „Carnival Liberty“ fertiggestellt werden und am 16. Juni in See stechen müsse, vor dem offiziellen Beginn des Streiks. Diese Androhung hatte die Arbeiter*innen zum vorzeitigen Beginn des Streikes provoziert.

Die Gewerkschaften der CNT-IAA in Cádiz und Chiclana unterstützen den Streik umfassend und haben zu dessen Unterstützung aufgerufen – besonders da einige ihrer Mitglieder in dieser Branche in Aktion getreten sind. An dem Streik haben sich 90% bis 95% der Arbeiter*innen beteiligt. Sie haben sich geweigert, nach der Pfeife der Chefs zu tanzen. Die Ursachen für den Streik liegen nicht nur in dem aktuellen Versuch der Arbeitgeber*innen einen Lohnabschluss unterhalb der Inflationsrate durchzusetzen und bestehende Vereinbarungen, wie Urlaubsgeld und Nachtzuschläge, zu kürzen. Sondern er war auch eine Antwort auf den Verrat an den Metallarbeiter*innen durch den Gewerkschaftsapparat beim Streik von 2022.

Die Arbeiter*innen fordern nun eine gemäßigte Lohnerhöhung von 3,5%, was bereits unterhalb des tatsächlichen Anstiegs der Lebenshaltungskosten liegt. Doch selbst diese von den Gewerkschaften erhobene, begrenzte Forderung wurde von den Arbeitgeber*innen abgelehnt.

Seit 2022 sind die Arbeiter*innen nun ebenso vorsichtig geworden, nicht nach der Pfeife der Gewerkschaften CC.OO, UGT und USO zu tanzen. Dabei haben sie die volle Unterstützung der CNT-IAA, ebenso im aktuellen Arbeitskampf. Auch stehen die CNT-IAA Cádiz und Chiclana fest an der Seite der Streikenden im Kampf gegen die Repression und rufen auf zu Solidarität und kollektivem Widerstand. Sowie zur Ablehnung aller Versuche einer Kriminalisierung von Arbeiter*innen, die sich für Würde und Gerechtigkeit am Arbeitsplatz organisieren.

Für die Freilassung der Streikenden!

(Mindestens 12 Streikende sind während der Arbeitsniederlegung in Cádiz festgenommen und inhaftiert worden. Organise!-IAA unterstützt die Forderung der CNT-IAA nach einer sofortigen Freilassung aller Festgenommenen ohne Anklage. Klassensolidarität ist unsere beste Waffe!)

Quelle: Black Star, Issue 50 / June 2025, p.6, http://organiseanarchistsireland.com/wp-content/uploads/2025/06/BlackStar51-1.pdf
(https://organiseanarchistsireland.com/black-star/)

Übersetzung [und Anm.]: Anarcho-Syndikalistisches Netzwerk – ASN Köln

(CC: BY-NC)

Videos der CNT-IAA Cádiz vom Metallarbeiter*innen-Streik (25.06. bis 03.07.2025):

https://www.instagram.com/cntaitchiclana/reel/DLayUDVqhBd/

https://www.instagram.com/cntaitchiclana/reel/DLa0MgsqFH_/

https://www.instagram.com/cntaitchiclana/reel/DLdRVEnKGLc/

https://www.instagram.com/cntaitchiclana/reel/DLflHTeKuAe/

https://www.instagram.com/cntaitchiclana/reel/DLkIjv8q04t/

https://www.instagram.com/cntaitchiclana/reel/DLng2klKtJN/

https://www.instagram.com/cntaitchiclana/reel/DLqSu19q58D/


Serbien: Sieg im Kampf gegen Lohnraub

Die Anarcho-Syndikalistische Initiative (ASI-IAA) in Serbien berichtete am 08.06.2025:

Letzten Monat wurde unsere Gewerkschaft von Z.K. kontaktiert, einem langjährigen Bauarbeiter aus Novi Sad. Letztes Jahr arbeitete der Genosse Z. bei der Straßenbaufirma Lukač Putevi aus Temerin. Die Chefs hatten ihn aber nicht angemeldet und laut Tarifvertrag sollte er 60.000 Dinar (511,85 EUR) alle zwei Wochen erhalten. Als er den Betrieb verließ, wurde er um seinen Lohn betrogen und in die letzten zwei Wochenlöhne wurden nicht ausgezahlt.

Die Firma von den Eigentümer*innen Jozef und Roza Lukač, sowie dem Direktor Dejan Dimitrijević geleitet. Die Arbeitsbedingungen waren schrecklich; viele Arbeiter*innen von Lukač Putevi haben weder einen Arbeitsvertrag, noch eine grundlegende Schutzausrüstung bekommen, so dass Z. bei den Arbeiten beim Asphaltieren Verbrennungen an den Fußsohlen erlitt. Niemand fühlte sich für diesen Arbeitsunfall zuständig und Z. erhielt keine Entschädigung oder medizinische Versorgung. Seine Geschichte klingt immer noch fast „harmlos“, wenn man bedenkt, was unter dem Terror von Lukač und Dimitrijevic normalerweise geschieht.

Im Sommer letzten Jahres waren die Arbeiter*innen gezwungen worden, den ganzen Tag in der schrecklichsten Hitze zu schuften. Der Arbeiter Ž. aus Bečej bezahlte dafür mit seinem Leben, denn er starb bei der Arbeit an einem Schlaganfall. Joška Lukač, Roža Lukač und Dejan Dimitrijević profitieren von dem Schweiß, dem Blut und dem Leben der unterdrückten Arbeiter*innen.

Dies erinnert auf brutale Weise daran, dass die Chefs unsere Todfeinde sind, da sie bereit sind, uns für ihren eigenen Gewinn geradewegs ins Grab zu jagen.

Lukač Putevi ignorierte unsere Forderung nach Begleichung der Schulden beim Genossen Z., doch Roža Lukač nahm Kontakt zu uns auf und versuchte sich mit gemeinen Lügen aus der Affäre zu ziehen.

Deshalb haben wir eine öffentliche Kampagne gegen sie und andere Vertreter und Eigentümer des Unternehmens gestartet. Wie uns die Ereignisse vom November 2024 lehren, leben wir in einem System, das auf die Bedürfnisse von Mörder*innen und Ausbeuter*innen zugeschnitten ist. Sie bringen uns buchstäblich um, ob unter [einstürzenden] Vordächern oder am Arbeitsplatz.

Nur wenn wir gemeinsam kämpfen, können wir den Betrüger*innen und Mörder*innen etwas entgegensetzen, damit wir bekommen, was uns gehört. Deshalb haben begonnen, für das zu kämpfen, dass Genosse Z. bekommt, was er mit seinem Blut verdient hat.

Update vom 12.06.2025:

Ein weiterer Sieg im Kampf für nicht-gezahlte Löhne!

(12.06.2025)

(…) Nach dem Druck der Kampagne, an der auch Genoss*innen der CNT[-IAA] (der spanischen Sektion unserer Internationale) teilnahmen, erhielt Z. sein verdammtes Geld.

Dieser Fall hat gezeigt, dass wir durch Organisierung für das kämpfen können, was uns gehört, auch wenn die Chefs die Macht haben. Wir haben gezeigt, dass diese Macht ein Nichts ist, wenn wir unsere Kräfte im Kampf bündeln.

Deshalb rufen wir euch auf, euch gemeinsam am Arbeitsplatz zu organisieren – für unsere Löhne, die wir verdient haben, aber auch für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen.

Wir kämpfen nicht für dich, wir kämpfen mit dir. Wenn du Probleme am Arbeitsplatz hast oder dich organisieren möchtest, lass es uns wissen, damit wir gemeinsam für eine andere Welt kämpfen können!

ANARHOSINDIKALISTIČKA INICIJATIVA (ASI)

Quellen:
https://inicijativa.org/clanci/413/prevaranti-iz-firme-lukac-putevi-ne-placaju-radnike/
https://inicijativa.org/clanci/414/jos-jedna-pobeda-u-borbi-za-neisplacene-zarade/

Korrigierte automatisch Übersetzung [und Anmerkungen]: ASN Köln (https://asnkoeln.wordpress.com)

CC: BY-NC

Mehr Infos zum Thema Serbien:
https://anarchosyndikalismus.noblogs.org/?s=serbien

Tunesische Allgemeine Gewerkschaft – Reform von innen – Möglichkeit oder Illusion?

Die Tunesische Allgemeine Gewerkschaft (TAGS) war stets eine zentrale Kraft in tunesischer Politik und sozialer Landschaft. Gleichzeitig leidet sie unter einem grundlegenden Widerspruch zwischen ihrer historischen Rolle als Geburtsstätte des Arbeiterkampfes und ihrem heutigen Wandel zur starren bürokratischen Institution. Kann diese Gewerkschaft von innen heraus reformiert werden, oder reproduziert jeder Versuch der Reformation lediglich die staatliche Logik innerhalb der Gewerkschaft?

Gewerkschaft oder Institution? Der zentrale Widerspruch

Die TAGS entstand im Kampf gegen den Kolonialismus und etablierte sich als Vermittler zwischen den Arbeitern und dem Staat. Mit der Zeit verlor die TAGS ihren kämpferischen Charakter und wurde Bestandteil der staatlichen Struktur, eingebettet in ein System, das die Herrschaft des Kapitals absichert. Hier liegt das Widerspruch: Eine Gewerkschaft, die eigentlich Arbeiterinteressen vertreten sollte, folgt letztlich einer staatlichen Logik von Hierarchie, Repräsentation und Verhandlung, statt direkter Konfrontation.

Innere Reform: Möglichkeit oder Illusion?‘

Einige glauben, man könne die TAGS reformieren, indem man ihren ursprünglichen Charakter des Kampfes wiederbelebt. Diese Ansicht übersieht jedoch die strukturelle Realität. Genau wie ein Staat nicht horizontalisiert werden kann, ohne seinen repressiven Kern zu verlieren, scheitert jede „demokratische“ Reform innerhalb der Gewerkschaft an bürokratischen Grenzen. Jeder interne Widerstand wird letztlich absorbiert und reproduziert das bestehende System nur mit neuen Gesichtern.

Revolutionäre Alternative: Überwindung statt Reform

Das Problem ist strukturell, daher ist eine radikale Lösung notwendig. Anstatt die Gewerkschaft zu reformieren, muss man sie überwinden und neue Formen der Arbeiter-Selbstorganisation schaffen: Arbeiter*innenräte, horizontale Gewerkschaften und unabhängige, bürokratiefreie Strukturen. Revolutionäre Gewerkschaftsarbeit kann nicht institutionell verankert sein; sie muss dynamisch bleiben und jede Verhandlung ablehnen, um echte proletarische Macht außerhalb von Staat und Markt zu etablieren.

Neuer Horizont für gewerkschaftlichen Kampf

Der Versuch, die TAGS zu reformieren, gleicht dem Versuch, den Staat von innen heraus zu reformieren: eine Illusion, die den Arbeiterkampf lähmt. Die Alternative liegt nicht in der Wiederverwertung bürokratischer Strukturen, sondern im Aufbau unabhängiger Kampforganisationen, basierend auf direkter Demokratie und kollektiver Aktion. Der einzige Weg ist Überwindung und nicht Reform um Arbeiter von den bürokratischen Ketten und der staatlichen Logik wirklich zu befreien.

NC (Tunesien)

Übersetzung: Marah Zabalawi

Lektorat: Patrick Pav

Quelle:
https://cnt-ait.info/2025/04/15/ugtt-reform/

Erschienen in:
Espoir – Al Amal, Nr. 2 / März-April 2025
https://cnt-ait.info/2025/04/15/al-amal-2/

Spanien: Protest bei Foldeco Madrid geht weiter

Am 26. April hat sich erneut eine Gruppe von Aktivist*innen der CNT-IAA Madrid vor den Toren der Firma Foldeco versammelt, die sich im Gewerbegebiet Carpetania (Getafe) befindet. Sie versammelten sich dort, um Solidarität mit einem Genossen zu zeigen, der von diesem Unternehmen schlecht behandelt wurde. Bis hin zu körperlichen Angriffen, nur weil er das Fehlen von Grundrechten nicht akzeptieren wollte.

Zwar haben wir Arbeiter*innen solche Rechte, aber wir wissen längst, dass bestimmte Menschen denken, Arbeitsrechte stören nur bei der Ausbeutung. Um ihre Macht zu vergrößern, sowie durch Leid und Zwang der Arbeiter*innen ihre mittelmäßige Habgier zu befriedigen. Leider gehören dazu auch die Chefs und ihre Handlanger*innen, welche unseren Genossen angeriffen haben.

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IAA: Erster Mai 2025

Die Arbeiter*klasse wird von allen Seiten angegriffen. An der sozial-ökonomischen Front haben wir die Prekarisierung vieler Arbeitsbereiche und die Verschlechterung vieler Arbeitsumstände. Die Mächtigen – die reichen Eliten mit ihrem eigenen Interesse an der Kontrolle über die Arbeiter*klasse – nutzen dabei ein breites Arsenal an Mitteln, um die Arbeiter*klasse zu spalten und gegeneinander kämpfen zu lassen. Fremdenfeindlichkeit spaltet uns und bringt viele, die aus einer Reihe von Gründen ausgewandert sind, immer weiter in schwierige Situationen.

Die Herrschenden haben geschickt viele Themen manipuliert, um große Teile der Bevölkerung zu spalten und den Leuten falsche Interessen einzureden, damit sie sich darum Sorgen machen, während ihnen noch der letzte Cent geraubt wird. Im schlimmsten Fall schaffen sie sogar den letzten Anschein von Demokratie ab, welche nur eine schwache Stellvertretung darstellt, und geht dann zu totalitäreren Regierungsformen über.


Die Regierungen schicken die Menschen in den Krieg, damit sie ihr Leben riskieren, um Bevölkerungen in Schrecken zu versetzen und umzubringen, sobald diese nur ein Bischen Widerstand gegen die totale Beherrschung leisten. Die Waffenproduzent*innen verdienen Milliarden durch die Zerstörung menschlichen Lebens und durch absoluten Terror.

Angesichts dessen ist es umso wichtiger das zu bekämpfen. Arbeitende sind diejenigen, welche allen Reichtum schaffen – doch für die besitzenden Klassen, die Bosse und all jene, deren Reichtum denjenigen der hart arbeitenden Menschen übersteigt. Durch Organisierung und Solidarität können wir in einer selbstverwalteten Gesellschaft die Kontrolle über unser Leben zurück gewinnen und das Produkt der menschlichen Arbeit weitaus gleicher verteilen.

An diesem Ersten Mai gedenken wir nicht nur all denen, die für diese Ziele gekämpft haben, sondern wir holen sie wieder zurück auf die Erde!

Für eine freie und freiheitliche Gesellschaft von Gleichen, die ohne Kapitalist*innen und Chef*innen selbstverwaltet ist.

Generalsekretariat der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation (IAA)

Quelle: https://www.facebook.com/iwa.ait

Übersetzung: Anarcho-Syndikalistisches Netzwerk – ASN Köln

(Creative Commons: BY-NC)

USA: Kampf dem MAGA-Angriff

Folgender Text der East Bay Syndicalists Group erschien Anfang April 2025 in Workers Solidarity:

Seit Trump ins Amt eingeführt wurde und den Milliardär-Oligarchen Elon Musk mit seinem Hacker-Team dazugeholt hat, um viele Programme und Behörden der US-Bundesregierung zu zerschlagen, sind Trump und sein Team wie ein Schnellfeuer vorgerückt, um die Opposition zu verwirren mit einem andauernden Strom von empörenden Aussagen, rechtswidrigen Durchführungsverordnungen, Kündigung tausender Bundesangestellter und Mittelkürzung für Dienstleistungen.

Protest gegen das Trump-Regime in Washington am Presidents‘ Day 2025

Das Regime verfolgt eine Strategie der „Gebietsüberflutung“ (flood the zone), um Medien und Opposition mit „Furcht und Schrecken“ (shock-and-awe) abzulenken, zu verwirren und zu überwältigen. Die Taktik von Drohung und Einschüchterung zielt auf eine Lähmung durch Angst ab. Daher ist es um so wichtiger zu betonen, dass Organisierung und gemeinsame Aktionen uns die Kraft geben zurückzuschlagen.

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