Mehr als ein Jahr ist nun vergangen, seit die Polizei den Jugendlichen Alexandros Grigoropoulos in den Straßen von Athens Alternativbezirk Exarchia ermordet hat. Während der 2008 und 2009 folgenden Unruhen in den Straßen von Griechenland gab es ein immer wieder das Versprechen: „Wir werden nicht mehr zur sogenannten ‚Normalität‘ zurückkehren!“
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Italien: Arbeitskampf der Illegalen
Gegen Schwarzarbeit – für die Legalisierung aller migrantischen Arbeiter/innen
Der Aufstand von tausenden afrikanischen Tagelöhnern im süditalienischen Rosarno im Januar 2010 hat auf dramatische Weise aufgezeigt, dass das kapitalistische System auf der schonungslosen Ausbeutung der Einwanderer/innen beruht: Die dauernde Erpressung, jeden Job zu niedrigstem Lohn und schlechtesten Bedingungen annehmen zu müssen, der Ausschluss von rechtlicher Anerkennung, gefährliche und illegale Tätigkeiten auch unter dem Einfluss der organisierten Kriminalität, rassistische Bedrohung und sexuelle Nötigung.
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Generalstreik in Griechenland
Am 24. Februar 2010 fand in Griechenland ein landesweiter Generalstreik in allen privaten und öffentlichen Bereichen gegen die von der EU vorgeschriebene Sparpolitik (Lohnkürzungen und Steuererhöhungen) statt. Kundgebungen und Demonstrationen in 70 Städten fanden statt, die sich meist gegen die Wirtschaftskrise und deren Folgen, aber auch gegen Polizeigewalt richteten.
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Betriebsräte: 90 Jahre Burgfrieden
Im Jahr 2010 ist es nun neunzig Jahre her, dass in der Weimarer Republik das Betriebsrätegesetz des Deutschen Reiches in Kraft trat. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg (1914-18) und der Novemberrevolution der Arbeiter- und Soldatenräte (1918/19) hatte sich die Sozialdemokratie als neue Herrschaftselite durchgesetzt. Eben jene SPD, die 1914 für die Kriegskredite des Kaisers gestimmt hatte, um von den reaktionären Kräften nicht als „vaterlandslose Gesellen“ beschimpft zu werden.
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Belgrader 6: Prozessbeginn am 17.2.
Der Prozess gegen die „Belgrader 6“ genannten inhaftierten serbischen Anarchosyndikalist/innen wird voraussichtlich am 17. Februar 2010 eröffnet.
http://belgradesolidarity.org/trial-date-set-for-february-17/
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Solidemo in Belgrad (ASI-IAA)
Über hundert Leute haben in Belgrad (Serbien) am 04. Januar 2010 für die Freilassung der sechs gefangenen Anarchosyndikalist/innen demonstriert.
USI-IAA gewinnt Arbeitskampf gegen IKEA
Das Arbeitsgericht von Brescia (Italien) hat zugunsten des IKEA-Arbeiters Belmadani Azzedine entschieden, der im August 2008 rausgeworfen worden war. Das bedeutet einen Sieg der Anarchosyndikalist/innen gegen den schwedischen Möbelladen.
Das selbstorganisierte Kollektiv der Arbeiter/innen namens „Senzatemponedenaro“ (angeschlossen an die Unione Sindacale Italiana – USI-IAA) hatte den Kampf mit mehr als drei Monate langen Protesten, sowie mit anderen Mitteln, erfolgreich zu einem Abschluss geführt.
http://www.usi-ait.org
Gewerkschaftarbeit verboten?
Per einstweiliger Verfügung erklärte das Landgericht Berlin, dass es der „Freien ArbeiterInnen Union Berlin (FAU-IAA)“ ab sofort verboten sei sich Gewerkschaft bzw. Basisgewerkschaft zu nennen. Das Urteil vom 11. Dezember 2009 untersagt der Basisgewerkschaft sich als solche zu bezeichnen und bezieht sich auf ein Urteil des Arbeitsgerichts Berlin vom Oktober 2009.
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Elektronische JobCard erfasst Streiktage und Kündigungsklagen
Die im Aufbau befindiche Arbeitnehmer-Datenbank ELENA wird demnächst einen elektronischen Entgeltnachweis zusammen mit Daten über Streik- und Krankheitstage, Fehlzeiten, Abmahnungen, „Fehlverhalten“, Kündigungsgründen und eventuellen Arbeitsrechtsklagen zentral erfassen. Ausserdem wird dann eine kostenpflichtige elektronische Signaturkarte nötig sein, um Leistungen wie Arbeitslosengeld, Wohngeld oder Elterngeld beantragen zu können.
Geplant ist dieses aus Datenschutzgründen umstrittene Projekt berits seit der Hartz-Reform von 2002, der konkrete Betrieb beginnt 2010 mit einer freiwilligen Meldung durch die Arbeitgeber und ab 2012 soll ELENA verpflichtend werden. Diese Angaben werden zwar bisher auch schon bei Arbeitslosen erfasst, aber die Digitalisierung und zentrale Speicherung erhöhen die Gefahr des Missbrauchs durch Behörden und Datendiebe.
Neben dem digitalen Personalausweis und der elektronischen Gesundheitskarte wird ELENA ein weiterer Schritt zum gläsernen Menschen, dem die Kontrolle über seine personenbezogenen Daten immer weiter entzogen und zentral archiviert wird.
Damit einher geht die Unterstellung, dass es nötig sei alle Lebensbereiche der Staatsbürger/innen zu kontrollieren und die Verhaltensweisen zu kontrollieren, Gefährdungsprofile und Leistungsnachweise zu erstellen. Der Zugriff von Staat und Industrie auf die Arbeitskraft und die Persönlichkeit wird mit der elektronischen Entgelterfassung stückweise verschäft. Die reformistische Gewerkschaft IG BAU träumt bereits zusammen mit dem Zoll von einer Art digitalem Sozialversicherungsausweis, um effektiver den gemeinsamen Feldzug gegen illegale Beschäftigung zu führen.
Wer eine Karte für die digitale Signatur benötigt, muss dafür zunächst 10 Euro Gebühr bezahlen. Das Projekt der Umstellung kostet die Steuerzahler insgesamt rund 55 Millionen Euro und soll den Unternehmen eine Kostenersparnis von 85 Millionen Euro im Jahr bringen. Dies zeigt mal wieder deutlich, wie die Staatsgewalt Hand in Hand mit der Gewerkschaftsbürokratie die Interessen der kapitalistischen Privatwirtschaft auf Kosten der Lohnarbeitsabhängigen durchzusetzen versucht.
Hintergrundinfos zu ELENA:
Datenbank Elena – Wer streikt, wird erfasst
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=2110813&
Die andere Vorratsdatenspeicherung
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31514/1.html
Elena-Verfahren (elektronischer Entgeltnachweis)
http://de.wikipedia.org/wiki/ELENA-Verfahren
Belgrad 6: Anklage wegen „Internationalem Terrorismus“
Am 05. November 2009 berichtete die französische CNT-IAA, dass die sechs gefangenen Anarchosyndikalist/innen der serbischen ASI-IAA nun tatsächlich wegen „Internationalem Terrorismus“ angeklagt werden:
Das IAA-Sekretariat und die serbischen Genoss/innen haben uns gerade über die schrecklichen Neuigkeiten informiert – die sechs Anarchosyndikalist/innen aus Belgrad, die am 05. September festgenommen und in Untersuchungshaft genommen wurden, werden nun wegen Internationalem Terrorismus angeklagt werden. Ihnen drohen 15 Jahre Gefängnis. Ihnen wird vorgeworfen die Verursacher eines am 25. August an die Griechische Botschaft gesprühten Graffitis zu sein. Und sie sollen eine Brandflasche geworfen haben, die nur ein Fenster beschädigt hatte.
Die Tatsache, dass die Genoss/innen jegliche Beteiligung an der Tat bestreiten, hält den serbischen Staat nicht davon ab, zwanghaft jemanden dafür verurteilen zu müssen. Wie sich die internationale Polizei von Belgrad bis Paris doch gleicht… Sie hatten wohl die selben Ausbilder…
Die Genoss/innen werden nun also wegen Internationalem Terrorismus angeklagt. In naher Zukunft bedeutet das, dass sie für mehrere Monate in Isolationshaft bleiben werden. Diejenigen Genoss/innen, die noch frei sind, versuchen alles mögliche, um dieses Urteil zu verhindern. Weitere Informationen werden folgen.
Jedoch sind die schlimmsten Befürchtungen eingetroffen. Der Kampf wird lang und schwirig werden. Und die Genoss/innen werden all unsere Unterstützung benötigen. Die Kosten für Anwält/innen werden sehr hoch werden, also sollten alle, die aus Solidarität etwas Spenden wollen, einen Scheck an die CNT-IAA schicken mit dem rückseitigen Vermerk „Solidarité Belgrade“. Hier ist die Adresse:
CNT AIT,
108 rue Damrémont,
75018 PARIS (France)
Quellen:
http://asi.zsp.net.pl/the-belgrade-6-charged-with-international-terrorism/,
sowie
http://www.cnt-ait.info/article.php3?id_article=1740
Übersetzung:
Anarchosyndikat Köln/Bonn, http://anarchosyndikalismus.org
Vorherige Meldung zu dem Fall:
http://anarchosyndikalismus.blogsport.de
Aktuelle Berichte, z.B. über Solidaritätsaktionen in Ankara, Braunschweig, Frankfurt/M., Granada, New York und Paris, findet ihr auf der mehrsprachigen Seite http://asi.zsp.net.pl/
Hintergrundinfos:
http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/category/belgrader-6/,
http://anarchosyndikalismus.org/international/serbien/belgrader6/index.html
